Zeynep

Zeynep

Familie ist das Wichtigste!


Es ist viel los heute. Das rhythmische Rattern der Rollen begrüßt die Besucher. Wir stehen vor dem Jugendclub „Mittendrin“, der wie der Name bereits vermuten lässt, im Herzen des Meiendorfer Wohngebiets, am Finnmarkring, liegt. Kinder und Jugendliche verschiedener Altersklassen fahren auf der Skaterbahn neben dem Club auf ihren Boards mit schier unermüdlichen Akkus hoch und runter. Zeynep hat spontan einem Interview zugestimmt und kommt gespannt auf mich zu.

Jugendclub Mittendrin am Finmarkring

Zuhause ist Familie, Wohlfühlen und mehr

Ihre ersten Gedanken zum Thema Zuhause formuliert sie wie folgt: „Ich verbinde das Wort Zuhause mit meiner Familie. Ich fühle mich da zu Hause, wo auch meine Familie ist und wo ich mich wohlfühle.“ Zu ihrer Familie gehören ihre Eltern, ihre Geschwister, aber auch die kleinen Nichten. Ein weiteres Familienmitglied hat einen besonderen Platz in Zeyneps Herzen: ihr Hund „Bilbo“. „Der gehört genauso zu meiner Familie wie meine Geschwister auch. Also ich hab‘ ihn auch sehr doll lieb!“ Sie zeigt mir ein Foto auf ihrem Smartphone. Bilbo ist darauf zu sehen, wie er mit großen Kulleraugen und weißem kuscheligem Fell neugierig in die Kamera schaut.

Zeynep
Das ist Bilbo. Für Zeynep ein wichtiges Familienmitglied zu Hause.

Zeyneps Lieblingsplatz ist ihr eigenes Zimmer, das auch als Rückzugsort dient. Wenn Sie eines Tages ihre erste eigene Wohnung bezieht, würde sie sie gern farblich dezent gestalten, bloß nicht zu bunt. Sie hat jetzt schon ziemlich klare Vorstellungen davon, was ihr gefällt: eine Mischung aus Schwarz-, Weiß- und Creme-Tönen schwebt ihr vor. In einem unordentlichen Raum oder in einer verschmutzen Umgebung würde sie sich sehr unwohl fühlen. Auch völlig allein zu sein, wäre das Gegenteil von Zuhause, wie Zeynep betont.  

Was haben Sprachen oder Speisen mit Zuhause zu tun?

Auf die Frage, ob die Sprache beim Gefühl Zuhause-zu-Sein eine Rolle spielt, antwortet sie spontan, dass die Fähigkeit zu kommunizieren, wichtiger sei. Schließlich könne man sich ja immer irgendwie verständigen. Ergänzend fügt sie allerdings hinzu, dass sie sich im Türkischen und im Deutschen gleichermaßen wohlfühle. „Das ist kein großer Unterschied für mich. Ich bin in beiden Sprachen zu Hause.“ Mit dem Essen ist es ähnlich. In Zeyneps Familie kommen viele verschiedene Gerichte auf den Tisch. Mit Zuhause verbindet sie zwar in erster Linie türkisches Essen, aber auch deutsche Gerichte wie Nudelauflauf mit Käse gehören mit dazu.

Zeyneps Bildidee von Zuhause

Wenn Zeynep selbst ihr Zuhause in einem einzigen Foto darstellen sollte, würde sie ein Bild von einer offenen Tür machen, genauer gesagt vom Moment, in dem die Tür aufgeht und sie zu Hause von ihrer Familie begrüßt wird. Aus Coronagründen bleibt die schöne Vorstellung jedem selbst überlassen, da das Interview draußen stattfinden musste. Das Foto ihres Hundes auf dem Smartphone hat sie aber selbst gemacht.

Wie hast du den Lockdown zu Hause im letzten Jahr erlebt?

Anfangs hat Zeynep die Ausgangsbeschränkungen als sehr hart empfunden, da es deutlich weniger Möglichkeiten gab, andere Menschen draußen zu sehen oder zu treffen so wie davor. Die gemeinsame Zeit mit anderen Jugendlichen sowie die Feste im Jugendclub Mittendrin, die leider ausfallen mussten, vermisste sie in dieser Zeit sehr.

Zeynep ist derzeit Schülerin am Meiendorfer Gymnasium. Die Anforderungen sind entsprechend hoch. Zu Beginn war die selbständige Bewältigung des kompletten Schulstoffs für Zeynep sehr ungewohnt und anstrengend. Inzwischen hat sie sich aber daran gewöhnt, zu Hause zu lernen und wirkt sehr optimistisch, was die Schule und das Lernen zu Hause angeht.

Interview und Fotos: Christina Fellenberg

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